Handout - Tipps zum Aufbau, Beispiele, Vorlage und Muster zum Download - Präsentationstipps.de

Handout: Tipps zum Aufbau, Beispiele und Muster

Das Handout zu einem Vortrag, bei einer GFS (Baden-Württemberg) oder auch an der Uni wird oft stiefmütterlich behandelt und im letzten Moment schnell zusammengeschustert. Dabei ist das Handout für Dein Publikum wichtig und für Dich mit recht wenig Aufwand zu erstellen, wenn Du einige Tipps beherzigst.

Das Handout enthält auf einer Doppelseite alle wichtigen Informationen aus Deinem Vortrag, sodass Deine Zuhörer anhand Deines Handouts die Kernbegriffe (Definitionen, Daten, Namen) und die zentralen Erkenntnisse (Forschungsergebnisse, Argumentationsketten, Folgen) nachschlagen können.

In diesem Beitrag erfährt Du von mir:

  • warum Du ein Handout brauchst,
  • was im Handout enthalten sein muss und
  • wie es zum Beispiel aussehen kann (Inklusive Muster zum Download)

Was ist ein Handout?

Das Handout soll für deine Zuhörer einen Mehrwert liefern!

Es bündelt die zentralen Punkte Deines Vortrags überblicksartig in einem Dokument. Dieses Dokument können Deine Zuhörer (und auch Du!) abheften und gegebenenfalls später noch einmal anschauen.

Klar, man kann sich jetzt die Frage stellen, ob man sich ein solches Handout später noch mal anschaut. Aber stell dir mal vor, deine Mitschüler/innen oder Mitstudenten müssen nach einiger Zeit einen Vortrag zu einem ähnlichen Thema erstellen. Wenn Du ein gutes Handout erstellt hast, hat er oder sie bereits eine erste gute Quelle zum Thema.

Andersherum kennst Du das ja vermutlich auch ganz gut. Wenn Du auf der Suche nach Informationen zu einem Thema bist, freust Du dich bestimmt, wenn Du auf ein gutes Handout stößt, erste wichtige Begriffe und Argumentationsketten kennenlernst. Dazu enthalten Handouts in der Regel auch sehr gute Literaturtipps, was die weitere Recherche erleichtert.

Natürlich erstellst Du es nicht nur für andere, sondern auch für dich selber. Wenn Du weißt, dass deine Zuhörer am Ende noch mal alle relevanten Informationen in Textform erhalten, kannst Du deine Folien schlicht und möglichst textfrei gestalten.

Funktionen
  • Ergänzt dein gesprochenes Wort (Vortrag) und Vortragsmedium (Präsentation) um das Geschriebene (Handout)
  • Entlastet Dich: Nicht „alles“ muss auf die Folien!
  • Bündelt das Wichtigste aus Deinem Vortrag in einem Dokument
  • Literatur und Quellen werden dargelegt

Handout Aufbau: Was muss drauf?

Wenn dir klar ist, weshalb Du das Handout erstellen sollst, kommen wir jetzt zum praktischen (und wichtigeren) Teil: Dem Erstellen.

Zunächst zeige ich Dir die Dinge, welche meiner Meinung nach Pflicht sind. Diese Dinge sollten auf einem guten Handout enthalten sein!

Ein weiterer Punkt sind dann die Dinge, welche darauf sein können. Also die Dinge, die nicht zwingend vorhanden sein müssen, letztendlich aber dafür sorgen, dass Dein Handout die oben aufgezählten Funktionen erfüllt.

Pflichtbestandteile des Handouts

Auf die erste Seite ganz oben sollten zunächst ein paar grundlegende Dinge aufgeführt werden. Es bietet sich an, diese oben links in die Ecke zu schreiben.

  • den Namen deiner Uni bzw. deiner Schule
  • deinen Studiengang bzw. deine Klasse
  • das Fach bzw. den Seminartitel
  • das aktuelle Semester
  • der Name deines Dozenten (Lehrer, Lehrerin, Dozentin)
  • dein Name

Oben rechts auf die erste Seite bietet sich an, das Datum deines Vortrags aufzuführen. Wenn die Infos auf der linken Seite zu lang werden, spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, deinen Namen nach rechts über das Datum zu setzen.

Damit der Kopf anständig formatiert ist, kannst Du diese Angaben beispielsweise in einer Tabelle verpacken. Damit dies nicht sichtbar ist, kannst Du bei Word (und allen anderen Textprogrammen) den Rahmen ausblenden.

Tabelle ohne Rahmen sorgt für Übersicht im Kopftitel des Handouts

Direkt darunter kommt die Überschrift, bitte sei hierbei nicht unkreativ und verwende als Titel „Handout“. Der Titel sollte der Titel deines Vortrags sein, welchen ich zentriert platzieren würde.

In die Fußzeile schreibst Du die jeweilige Seitenzahl. Auch hierbei können dich Word und Co. unterstützen und die Seitenzahlen automatisch einfügen.

Seitenzahl bei Microsoft Word einfügen

An das Ende kommen deine verwendeten Quellen bzw. das Literaturverzeichnis. Der Übersicht halber empfehle ich auch hier wieder die Verwendung einer Tabelle ohne Rahmen.

Quellenangaben und Literaturverzeichnis sind Pflichtangaben im Handout

Handout: Seitenlayout

Beim Seitenlayout gibt es oft Vorgaben von deinem Dozenten oder deinem Lehrer. Wenn dir diese Vorgaben nicht klar sind bzw. am Anfang des Semesters / des Schuljahres mitgeteilt wurden, dann solltest Du diese erfragen.

Solltest Du kein Feedback bekommen oder es gibt keine Vorgaben, dann machst Du meiner Erfahrung nach mit den nachfolgenden Formatierungen nichts falsch:

Schriftgröße sollte bei 11 liegen, wenn Du Arial als Schrift verwendest und bei 12, wenn Du Times New Roman verwendest. Das sind gleichzeitig auch die Schriften, die Du verwenden solltest, denn dabei handelt es sich um Standardschriftarten ohne Schnörkel.

Die Schriftgröße für das Literaturverzeichnis darf etwas kleiner sein, hier empfehle ich Schriftgröße 9 oder 10.

Der Umfang sollte in der Schule zwei Seiten nicht überschreiten. An der Uni sind die Vorträge häufig umfangreicher, weshalb auch das Handout umfangreicher werden und bis zu vier Seiten lang sein darf.

Handout: Inhalt

Nun geht es darum, das oben in der Theorie beschriebene in die Praxis zu überführen und die wichtigsten Punkte deines Vortrages zusammenzufassen.

Der zentrale Punkt ist der Titel deines Vortrages. Dieser sollte prägnant sein, damit man auf einen Blick sieht, um was es bei dir geht. Wenn das Thema klar ist, möchte der Leser wissen, worum es im Detail geht, weshalb Du als nächstes die Gliederung aufführen solltest.

Ich empfehle allerdings, nicht die gesamte Gliederung deines Vortrages aufzuführen, sondern die Überschriften deines Handouts als Gliederungspunkte zu verwenden.

Alles, was nun kommt, sind die Kernbotschaften deines Vortrages. Dazu gehören für mich:

Inhalt
  • harte Fakten (Definitionen, Begrifflichkeiten, Jahresangaben, etc.)
  • Deine Argumentation in Stichpunkten
  • Statistiken und Diagramme

Vor allem für Statistiken und Digramme eignet sich dein Handout sehr gut, denn damit entlastest Du automatisch auch deine Folien, bei denen ich dir ja schon zur Zurückhaltung geraten habe.

Im Handout kannst Du Statistiken im Original inklusiver kompletter Legende abbilden, was auf deinen Folien natürlich nicht geht. Denn dort verwirren sie und sind eventuell sogar gar nicht erkennbar, wenn die Statistik zu umfangreich ist. Beim Handout hingegen hat der Leser Zeit, sich die gesamte Tabelle bzw. das gesamte Diagramm anzuschauen oder auch die Formel in Gänze zu erfassen.

Handout Inhalt – So gehe ich vor

Ich persönlich empfehle dir, bei deinem Handout immer sehr nah an den Notizen für den Vortrag zu orientieren.

Das heißt, wenn ich für meinen Vortrag recherchiert habe, habe ich mir ja immer auch überlegt, welche Dinge ich in dem Vortrag erzählen möchte. Daraus habe ich dann einen roten Faden erstellt, den ich sowohl für den Vortrag, als auch für das Handout verwendet habe. Ich erstelle dabei allerdings zunächst das Handout und erst dann meine Präsentationsfolien.

Im Grunde ist mein Handout also die ausformulierte Gliederung meines Vortrages.

Handout Vorlage

Bei mir ist das manchmal so, dass ich vieles im Kopf habe, aber einfach keinen Anfang finde. Falls dir das genau so geht, habe ich hier etwas für dich.

Ich habe für dich ein Handout Muster für Microsoft Word erstellt, damit Du einen Startschuss hast. Wenn dir das Muster gefällt (oder Du Verbesserungsvorschläge hast), dann schreibe mir doch einfach in die Kommentare.

Das Muster beinhaltet schon die Tipps, die ich dir oben gegeben habe. Das heißt, dass Tabellen ohne Rahmen für den Einstieg und die Quellenangaben enthalten sind. Dazu sind die Schriftarten und -größen bereits vordefiniert und die Seitenzahl passt sich automatisch an.

Du musst beim Drucken nur noch darauf achten, dass Du das Blatt beidseitig bedruckst, wenn Du nur ein Din A4 Blatt verwenden darfst.

Falls Du ein weiteres Beispiel suchst, findest Du hier beispielsweise eines: http://www.bas.uni-muenchen.de/studium/skripten/TWA/Handout.pdf

Handout aus den Powerpoint Folien erstellen?

Ich habe es schon erlebt, dass man bei einem Vortrag ein „Handout“ bekommt, welches aus den Powerpointfolien besteht. Und – so ehrlich muss ich sein – ich habe das auch schon gemacht.

Das liegt daran, dass es wahnsinnig einfach ist. Du hast bei Powerpoint die Möglichkeit, über die Funktion „Handzettelmaster“ mehrere Folien auf eine Din A4 Seite zu drucken. So kannst Du beispielsweise 6 Folien auf eine Seite drucken lassen.

Handout aus Powerpointfolien erstellen - Handzettelmaster in Powerpoint

Ich halte es trotz der Einfachheit für einen Fehler und würde dir unbedingt davon abraten, dies zu tun, denn es ist nicht das, was bei einem richtigen Handout erwartet wird.

Außerdem habe ich ja schon mehrfach darauf verwiesen, dass Du auf den Folien grundsätzlich wenig Text verwenden solltest. Das bedeutet, dass die Folien ohne dein gesprochenes Wort gar nicht so viel bringen und vermitteln.

Sehe das Handout daher vielmehr als Ergänzung zu deinen Folien und deinem gesprochenen Wort.

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